Energie- und Stromsteuer

Energie- und Stromsteuer für Industrie und produzierendes Gewerbe

Energie und Stromsteuer Industrie produzierendes Gewerbe
Foto: © Rainer Sturm / Pixelio

Für Unternehmen des produzierenden Gewerbes gilt ein reduzierter Energie- und Stromsteuersatz (sog. Ökosteuer). Die Ökosteuer besteht aus einer Stromsteuer und einem Aufschlag auf die Energiesteuer (bis 2006 Mineralölsteuer). Die Ökosteuer wird vom Bund und damit von den Hauptzollämtern (HZA) verwaltet. Die Einnahmen gelten als Subvention und fließen überwiegend in die Rentenversicherung.

Steuerermäßigungen wirken sich für Unternehmen ab folgenden Energieverbräuche (Sockelbetrag) pro Energieträger aus:
• 48,73 MWh Strom
• 16.297 l Heizöl
• 181 MWh Erdgas
• 16.502 kg Flüssiggas

Für Unternehmen des produzierenden Gewerbes existieren zwei Ermäßigungsstufen. 

  1. Die Ermäßigung des allgemeinen Steuersatzes auf 75% der vollen Steuer, sowie
  2. der sogenannte Spitzenausgleich. 

Ein kostenloses Berechungstool Energie- und Stromsteuer-Berechnungstool stellt die IHK Detmold unter der Adresse www.detmold.ihk.de/de/innovation-und-umwelt/energie/energie-und-stromsteuer/150/211 zur Verfügung. 

Im Laufe der letzten Jahre gab es grundlegende Änderungen der Steuererstattung und –sätze, so wurde beispielsweise das Antragsverfahren von einer Befreiung durch Erlaubnisscheine auf eine nachträgliche Rückvergütung umgestellt (seit 01.01.2011).

Eine besonders wesentliche Änderung betrifft den Spitzenausgleich ab 2013:

Für die Gewährung des Spitzenausgleichs (§ 55 Energiesteuergesetz, § 10 Stromsteuergesetz) sind folgende Antragsvoraussetzungen zu berücksichtigen: 

  • Die Unternehmen müssen ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (nach DIN EN ISO 50001) oder ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem (nach EMAS) eingerichtet haben
  • Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden als Vereinfachung regelmäßige Energieaudits gemäß DIN 16247-1 anerkannt oder alternative Systeme nach Anlage 2 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) 
  • Zusätzlich gilt: das gesamte produzierende Gewerbe muss ab 2015 eine zusätzliche Reduzierung der Energieintensität von 1,3 % jährlich nachweisen. Bezugszeitraum für den Basiswert sollen die Jahre 2007-2012 sein.

Diese Voraussetzungen gelten verbindlich ab 01.01.2015. Für den Übergangszeitraum (2013 und 2014) ist der Beginn der Einführung nachzuweisen. 

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