Wirtschaft 03/2012

Ende des analogen Zeitalters - Umstieg auf digitalen Sat-Empfang

Am 30. April 2012 endet die analoge Ausstrahlung der TV- und Radioprogramme per Satellit. Vor allem Wohnungswirtschaft, Handel und Handwerk sind betroffen.

 

Der Countdown läuft. Am 30. April 2012 werden ARD und ZDF sowie die privaten TV-Sender in Deutschland die analoge Ausstrahlung ihrer Programme über Satellit beenden und auf digitale Übertragung umstellen. Betroffen sind etwa 20 Prozent der bayerischen Haushalte sowie einen Vielzahl von Betrieben. Was sollte der Handel beachten? Worauf müssen sich Hotels, Wohnungswirtschaft und Handwerk einstellen? Welche Vorteile bringt der digitale Satellitenempfang mit sich?

Die IHK für München und Oberbayern informiert hierzu ihre Mitgliedsunternehmen und vermittelt weitere Ansprechpartner. Zudem erleichtern einschlägige Infoveranstaltungen den Umstieg auf die Digitaltechnik. Durchgeführt werden diese Roadshows von „klardigital 2012“, einer Initiative der Landesmedienanstalten in Zusammenarbeit mit ARD, Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 Media AG, VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) und ZDF (siehe Kasten). Die erste Veranstaltungreihe fand bereits im Frühjahr 2011 mit insgesamt rund 600 Teilnehmern in Augsburg, Bamberg, Ingolstadt, München, Nürnberg, Regensburg, Rosenheim, Passau und Würzburg statt. Die zweite starteteam 29. November 2011 in der Innung für Elektro- und Informationstechnik München, weitere Termine sind geplant. Denn der Informationsbedarf ist enorm, wie die mit über 100 Teilnehmern bis auf den letzten Platz besetzte Veranstaltung in der Elektroinnung zeigte. Die IHK unterstützt die Veranstaltungsreihe als Kooperationspartner und informiert dabei Fachhandel, Handwerk sowie die Wohnungswirtschaft. „Angesprochen sind alle, die mit dem Ende der analogen Programmverbreitung via Satellit beruflich zu tun haben und dafür sorgen müssen, dass der Umstieg in den nächsten Monaten möglichst reibungslos vonstattengeht,“ sagt Veit Olischläger, stellvertretender Projektleiter von „klardigital 2012“.

Für den Empfang der digitalen Programme benötigt man einen digitalen Sat-Receiver. Dabei sollte in jedem Fall sichergestellt sein, ob in der Satellitenschüssel das so genannte LNB (Low Noise Block Converter) – gleichsam das „Auge“ in der Schüssel – digitaltauglich ist. Ältere LNB-Modelle können ausgetauscht werden. Wichtig: Die Satellitenanlage muss auch für den Digitalempfang exakt ausgerichtet sein und darf beim LNB-Austausch nicht in ihrer Position verrutschen. Überdies sollten die Antennenkabel unter die Lupe genommen werden. Gerade bei Kabeln, die älter als 20 Jahre sind, kann ein Austausch sinnvoll sein, zumal veraltete Kabel oft störende „Klötzchen“ im Fernsehbild verursachen.

Ein wesentlicher Vorteil des digitalen Fernsehens liegt in der verbesserten Bild- und Tonqualität. Zusätzlich zu den Programmen wird ein „Elektronischer Programmführer“ (EPG) ausgestrahlt, der Basisinformationen rund um die Sendungen bietet. Einige moderne Digital-Receiver ermöglichen zudem den Internetzugang per Fernsehgerät (Hybrid TV). Aber es gibt auch nach wie vor Alternativen zum digitalen Satelliten-Empfang: Via Kabel- oder Internet-TV können die Programme wie bisher empfangen werden. Sie sind von der Änderung nicht betroffen.

 

Josef Stelzer

 

 

Infos für die Umstellung

Im März 2012 werden bayernweit Informationsveranstaltungen mit Vorträgen jeweils zu folgenden Themen stattfinden:

Beendigung der analogen Programmverbreitung via Satellit zum 30.4.2012

Die Digitalisierung im öffentlichen Rundfunk

Digitales TV für alle

Kabel Deutschland – die smarte Alternative

SAT.1 Bayern – das Regional-Magazin in Bayern

Digitalisierung des lokalen Rundfunks in Bayern

Digital Radio. Das Radio der Zukunft.

 

Weitere Infos zu den Terminen und zur Veranstaltungsreihe gibt es im Internet unter www.bmt-online/digitaltv.

 

 

Wirtschaft – Das IHK-Magazin für München und Oberbayern – 03/2012

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