Oberbayern: Spitzenstandort für die Industrie
Die IHK München hat über 260 Industrie- und industrienahe Dienstleistungsunternehmen zum Industriestandort Oberbayern befragt.
Zu den großen Stärken des Industriestandorts Oberbayern gehören die Verkehrs- und IT-Infrastruktur (Noten 2,3 und 2,4). Des Weiteren schätzt die Industrie die Qualität der Fachkräfte, mit 2,4 der drittbeste Wert bei den Standortfaktoren. Deutlich schlechter als die Qualität bewerten sie die Verfügbarkeit von geeigneten Fachkräften (3,2). Bislang hat sich auch die Sicherheit der Energieversorgung als Vorteil des Industriestandorts Oberbayern erwiesen (Note 2,7). Dieser Trumpf darf angesichts der Energiewende nicht leichtfertig aus der Hand gegeben werden. Die Industrieunternehmen brauchen eine verlässliche Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen, um am Standort Oberbayern wettbewerbsfähig sein zu können.
Die größten Hindernisse sehen die Unternehmen in der Komplexität und fehlenden Praxistauglichkeit des Steuerrechts (Note 4,9) sowie im System der Steuern und Abgaben insgesamt (4,4). Auch die Bürokratiekosten entwickeln sich zunehmend zu einem Standortnachteil. So bewerten die Unternehmen die Dauer und Komplexität von Planungs- und Genehmigungsverfahren mit der Note 4,2 und die Effizienz der Behörden mit 4,1. Die Höhe der Energiekosten wird zunehmend als Standortnachteil (4,0) wahrgenommen.
Alles in allem bewerten die Industrieunternehmen die aktuelle Wirtschaftspolitik der Bundesregierung mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit noch soeben mit befriedigend (Note 3,5).
Zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit fahren die Unternehmen mehrgleisig: Betriebsintern heben sie Potentiale – von der Mitarbeiterqualifizierung bis zur Entwicklung zusätzlicher Dienstleistungen. Der demografische Wandel und der steigende Fachkräftebedarf erzeugen einen hohen Handlungsdruck in der Industrie. Die Unternehmen setzen alle Hebel in Bewegung, um ihr Arbeitskräftepotential zu stärken, auszuweiten und zu sichern. Neun von zehn Industrieunternehmen ergreifen Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und 85 Prozent zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen wird qualifiziertes Personal immer knapper.
Höchste Priorität für die Wirtschaftspolitik geben die Unternehmen dem Thema Energieversorgung – gerade unter dem Eindruck der Neuausrichtung der Energiepolitik. Unter den TOP-10-Forderungen der Unternehmen an die Politik fallen allein vier in den Bereich Energie und Ressourcen. Dazu zählt allen voran die Gewährleistung einer sicheren Energieversorgung.
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