Wirtschaft in Südostoberbayern stellt sich auf Talfahrt ein
Unternehmen kürzen Investitionen und Personal
In der Region Südostoberbayern hat sich das Wirtschaftsklima deutlich abgekühlt. Die Unternehmen aus der Stadt und dem Landkreis Rosenheim sowie aus den Landkreisen Mühldorf am Inn, Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land beurteilen ihre Geschäftslage und Erwartungen erheblich schlechter als im Sommer. Dies ergab die Herbst-Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK).
„Die Wirtschaft in Südostoberbayern konnte dem weltweiten Abwärtstrend nicht länger widerstehen und befürchtet eine konjunkturelle Talfahrt“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. Der Index der aktuellen Lage – berechnet als Saldo von positiven und negativen Bewertungen – brach im Herbst gegenüber dem Sommer von 17 auf 5 Punkte (Bayern: 17 Punkte) ein. Der Index der Erwartungen sank im gleichen Zeitraum noch stärker von 3 auf minus 22 Punkte (Bayern: minus 4). Die Entwicklung sei umso kritischer zu bewerten, als die jüngste Zuspitzung der Finanzmarktkrise in den Umfragedaten nicht mehr berücksichtigt werden konnte, sagte Driessen.
Der Anteil der Unternehmen mit einer guten Lagebewertung fiel von 33 auf 26 Prozent, der Anteil der unzufriedenen Betriebe stieg von 16 auf 21 Prozent. Noch stärker nach unten korrigierte die Wirtschaft ihre Aussichten für die nächsten 12 Monate. Nur noch 10 statt zuvor 18 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft. Der Anteil der Pessimisten hat sich von 15 auf 32 Prozent mehr als verdoppelt. Die Wirtschaft in Südostoberbayern ist damit erheblich pessimistischer gestimmt als der gesamtbayerische Durchschnitt.
Die schlechte Stimmung spiegelt sich in der sinkenden Neigung der Unternehmen, Stellen aufzubauen oder zu investieren. Nur noch 7 Prozent der Betriebe – gegenüber 12 Prozent im Sommer – wollen in den nächsten 12 Monaten die Belegschaft vergrößern. Mit Personalabbau rechnen dagegen 23 Prozent. Dies dürfte den regionalen Arbeitsmarkt in den kommenden 12 Monaten belasten.
Die Investitionsbereitschaft hat im Herbst ebenfalls erheblich nachgelassen. Statt 26 Prozent im Sommer wollen nun lediglich 18 Prozent der Unternehmen die Budgets ausweiten. Dem stehen 35 Prozent der Befragten gegenüber, die ihre Investitionspläne kürzen wollen.
