Rosenheimer Unternehmen mit 2011 zufrieden
Bayerisches Wirtschaftsministerium: Finanzkrise derzeit keine Gefahr für Wirtschaft im Freistaat
Die Wirtschaft in der Region Rosenheim hat sich im abgelaufenen Jahr deutlich besser entwickelt als noch zu Jahresbeginn erwartet. „Nach dem Tal der Tränen in 2009 und der raschen Erholung 2010 hat wohl niemand geglaubt, dass sich der Aufschwung 2011 so kräftig fortsetzt“, sagte Sebastian Bauer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Rosenheim, bei der jüngsten Sitzung des IHK-Gremiums. Die Vertreter der regionalen Wirtschaft trafen sich zu ihrer Jahresabschluss-Sitzung im Flötzinger Bräu in Rosenheim. Neben einer Besichtigung der Brauerei standen die konjunkturelle Lage und die möglichen Auswirkungen der Finanzkrise auf der Tagesordnung.
Durch die Bank berichteten die anwesenden Vertreter aller Wirtschaftsbranchen aus Stadt und Landkreis Rosenheim von einer sehr guten Entwicklung im Jahr 2011, die lediglich durch stark steigende Energie-, Rohstoff- und Personalkosten getrübt wird. Erst zum Jahresende, so die Gremiumsmitglieder in ihren Wortmeldungen, sei eine leichte Abflachung eingetreten und habe die Aussichten etwas gedämpft – vom Einzelhandel, wo der warme November Kaufzurückhaltung bei Winterkleidung und Ski-Ausrüstungen verursachte, bis zur Bauindustrie, bei der die auslaufenden Konjunkturprogramme für Rückgänge in den Auftragsbüchern sorgen. Besonders die Vertreter der exportorientierten Industrie erwarten aber weiter eine steigende Nachfrage aus dem Ausland und halten daher an ihren Wachstumsplänen und damit verbundenen Investitionen und Belegschaftsausbau fest.
Kein Grund zur Panik sei die derzeitige Krise an den Finanzmärkten, war die Hauptaussage des Vortrags von Johann Schachtner, Referatsleiter für Wirtschaftspolitische Grundsatzfragen im bayerischen Wirtschaftsministerium. Schachtner führte aus, dass die Krise momentan eine Schuldenkrise der betroffenen Länder und keine Währungskrise des gesamten Euro-Raums sei. Die zu hohe Verschuldung Griechenlands, Italiens und Spaniens müsse grundsätzlich und langfristig in den Griff bekommen werden. Dabei sei der Druck der Finanzmärkte das wichtigste Mittel, die Reformbereitschaft der überschuldeten Staaten zu fördern und Anreize für eine Sparpolitik zu setzen. Eine gemeinsame europäische Schuldenpolitik sei abzulehnen, da sie die Schuldenstaaten aus ihrer Verantwortung entlassen würden. Schachtner erklärte auch, dass Bayerns Exportwirtschaft sehr breit aufgestellt sei und damit die Risiken für die hiesigen Unternehmen begrenzt sind.
Zuvor hatten die Wirtschaftsvertreter die Privatbrauerei Franz Steegmüller besichtigt. Gremiumsmitglied Marisa Steegmüller sowie die Braumeister Franz Amberger und Thomas Rodler führten durch den Familienbetrieb mit seinen rund 75 Mitarbeitern.
Bildunterschrift: Gremiumsmitglied Marisa Steegmüller führt als Gastgeberin die Vertreter der Wirtschaft aus Stadt und Landkreis Rosenheim durch die familiengeführte Brauerei.
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