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Politisches Unternehmerfrühstück der IHK zur Fachkräftesicherung

Die IHK veranstaltete erstmals ein Unternehmerfrühstück, um mit Unternehmern aus München und der Region sowie Politikern über aktuelle Probleme zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung stand das Thema Fachkräftemangel. Dabei vertrat Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsident und Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf die Region Südostoberbayern.

 

Den Prognosen zufolge werden in Bayern im Jahr 2014 mehr als 420.000 Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt fehlen (9 Prozent), in 2022 werden es bereits 14 Prozent aller zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Arbeitskräfte sein. „Die Konsequenzen für die Wirtschaftsleistung kann man sich ausrechnen“, warnte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. „Von Seiten der Unternehmer, der Politik und der IHKs muss deshalb kräftig daran gearbeitet werden, geeignete Maßnahmen zur Fachkräftesicherung umzusetzen“, sagte Driessen.

 

Wo der Schuh den Unternehmern am meisten drückt, diskutierten am 8. November 2011 anlässlich des „Politischen Unternehmerfrühstücks“ sieben Unternehmer aus der IHK-Vollversammlung und den regionalen IHK-Gremien im kleinen Kreis mit den Landtagsabgeordneten Erwin Huber und Walter Taubeneder.

 

Im Gespräch wurden konkrete Handlungsansätze in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Ältere Mitarbeiter, Familie und Beruf und Zuwanderung gefordert. So sei es beispielsweise notwendig, Berufspraktikas zu forcieren, praxisnahe Fähigkeiten wie z. B. Soft Skills und Sprachen stärker im Bildungssystem zu verankern, Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmern zu fördern, Teilqualifizierungs- und flexible Qualifizierungsmodelle anzubieten und die Regionen Oberbayerns als Bildungsregionen weiterzuentwickeln, so die Unternehmensvertreter.

 

In dem Gespräch schlugen die Unternehmer zudem vor, ältere Mitarbeiter generell länger im Berufsleben zu halten. Sie regten an, Anreize für den Hinzuverdienst bei Rentnern zu schaffen und die Flexibilität der Altersgrenze für das Rentenalter nach oben auszuweiten.

 

Weiteres Fazit der Gesprächsrunde: Bei der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die Politik weiter im Zugzwang. So sei bei der Kinderbetreuung zwar schon viel bewegt worden, hier seien jedoch weitere große Schritte nötig. Dazu gehöre vor allem eine höhere Flexibilität der Betreuungseinrichtungen und die bessere finanzielle Ausstattung der Gemeinden.

 

Driessen verwies abschließend auch auf die Notwendigkeit einer stärkeren Zuwanderung von Fachkräften. „Nur indem wir an allen Strängen ziehen können wir die Folgen der demografischen Entwicklung in unserem Wirtschaftsraum in den Griff bekommen“, sagte der IHK-Chef.
 

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