Vertrauen in Aufschwung sinkt
Stimmung in der Wirtschaft trübt sich ein
Weniger Zuwächse bei den Aufträgen und die Unsicherheit wegen der EU-Finanzkrise haben zu einem Stimmungsumschwung in der Wirtschaft der Region München geführt. Erstmals seit Herbst 2009 ist der IHK-Konjunkturindex für die Landeshauptstadt und ihr Umland gesunken. Der Wert fiel deutlich vom langjährigen Hoch von 135 Punkten im Frühjahr auf nun 125 Punkte. Dies ergab die Auswertung der Herbst-Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern für die Landeshauptstadt und die Landkreise Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, München, Landsberg am Lech sowie Starnberg.
„Die Euphorie der Unternehmen bröckelt, auch wenn die Wirtschaft weiterhin sehr zufrieden mit ihrer aktuellen Lage ist“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. Der BIHK-Konjunkturindex für Bayern verlor im Jahresverlauf ebenfalls deutlich, von 136 auf 125 Punkte.
Der Anteil der Unternehmen in München und Umland, die optimistisch in die Zukunft schauen, hat sich mit 22 Prozent gegenüber Frühjahr 2011 (36 Prozent) deutlich verkleinert. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Unternehmen, die mit schlechteren Geschäften rechnen, von 6 auf 13 Prozent mehr als verdoppelt. Der Saldo der Erwartungen – also die Differenz der Anteile der optimistischen und pessimistischen Betriebe – liegt damit bei 9 Punkten, gegenüber 28 Punkten im Frühjahr. Ihre Lage beurteilen die Betriebe allerdings noch genauso gut wie im Frühjahr: 51 Prozent der Unternehmen bezeichnen die Geschäftslage als „gut“, nur 9 Prozent als „schlecht“. Dementsprechend blieb auch der Saldo der Einschätzungen mit 42 Punkten nahezu unverändert.
Die Beschäftigungspläne spiegeln die zurückhaltenden Erwartungen der Unternehmen wider. Aktuell planen nur noch 18 Prozent der befragten Betriebe einen Ausbau. Im Frühjahr wollten noch 25 Prozent ihre Belegschaft vergrößern. Der Anteil der Unternehmen, die Stellen streichen wollen, bleibt aber mit 8 Prozent auf einem niedrigen Niveau. Der Arbeitsmarkt in der Region München dürfte damit stabil bleiben.
Bei den Investitionen sind die Unternehmen aufgrund der Unsicherheit noch vorsichtiger: Der Saldo der Investitionsabsichten erhält mit 18 (nach 30 Punkten im Frühjahr) einen deutlichen Dämpfer. Nach 39 Prozent im Frühjahr wollen nun noch 29 Prozent der Betriebe ihre Investitionen steigern. Wie bei der Beschäftigung überwiegt aber auch bei den Investitionen immer noch die Zahl der Unternehmen, die expandieren will.
