Vertrauen in Aufschwung sinkt
Euphorie in der Wirtschaft ist verflogen
Weniger Zuwächse bei den Aufträgen und die Unsicherheit wegen der EU-Finanzkrise haben zu einem Stimmungsumschwung in der Wirtschaft der Region Oberland geführt. Der IHK-Konjunkturindex für die Region fiel deutlich vom langjährigen Hoch von 135 Punkten im Frühjahr auf nun 118 Punkte. Dies ergab die Auswertung der Herbst-Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern für die Region Oberland mit den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau.
„Die Euphorie der Unternehmen im Oberland ist verflogen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. Der BIHK-Konjunkturindex für Bayern verlor im Jahresverlauf ebenfalls deutlich, von 136 auf 125 Punkte.
Der Anteil der Unternehmen im Oberland, die optimistisch in die Zukunft schauen, ist von 40 Prozent im Frühjahr 2011 auf 24 Prozent empfindlich gesunken. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Unternehmen, die mit schlechteren Geschäften rechnen, von 9 auf 16 Prozent fast verdoppelt. Der Saldo der Erwartungen – also die Differenz der Anteile der optimistischen und pessimistischen Betriebe – fällt damit auf 7 Punkte ab, nach 32 Punkten im Frühjahr 2011. Ihre aktuelle Situation beurteilen die Betriebe ebenfalls schlechter als noch im Frühjahr: Nur noch 37 Prozent der Unternehmen bezeichnen die Geschäftslage als „gut“, 8 Prozent als „schlecht“. Der Saldo der Einschätzungen ist damit zwar auf 29 Punkte (Frühjahr: 39 Punkte) gesunken, damit überwiegen aber immer noch deutlich die zufriedenen Stimmen.
Die Beschäftigungspläne spiegeln die zunehmende Unsicherheit der Firmen wider: Aktuell planen nur noch 15 Prozent der befragten Betriebe einen Job-Ausbau. Der Anteil der Unternehmen, die Stellen streichen wollen, bleibt mit 9 Prozent auf niedrigem Niveau. Der Arbeitsmarkt im Oberland dürfte damit stabil bleiben.
Bei den Investitionen tendieren die Unternehmen aufgrund der Unsicherheit ebenfalls zum Abwarten: Nach 32 Prozent im Frühjahr wollen aktuell 22 Prozent der Betriebe ihre Investitionen steigern. Weniger Investitionen planen 13 Prozent der Unternehmen. Der Saldo der Investitionsabsichten liegt mit 10 Punkten aber immer noch im Plus.
