Wirtschaft im Oberland fasst wieder Tritt
Die Wirtschaft im Oberland verlässt langsam das tiefe Tal des vergangenen Jahres. Nach den scharfen Einbrüchen von 2009 hat sich die Stimmung bei den Unternehmen deutlich aufgehellt. Erstmals überwiegt wieder der Anteil der Betriebe, die mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden sind. Auch die Geschäftsaussichten bewertet die Wirtschaft in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg a. Lech, Miesbach und Weilheim-Schongau besser als im Rest von Bayern.
Dies ergab die regionale Auswertung der Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern, die drei Mal im Jahr stattfindet. "Die Lage im Oberland hat sich deutlich entspannt, aber die Unternehmen halten sich bei Investitionen und Neueinstellungen noch zurück", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen.
Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen 30 Prozent der Unternehmen als gut. Dem stehen 27 Prozent mit negativer Bewertung gegenüber. Damit hat sich die Geschäftslage insgesamt deutlich verbessert. Im vergangenen Herbst hatten nur 13 Prozent der Unternehmen ihre Situation als gut beurteilt. Unzufrieden waren damals sogar 40 Prozent. Mit einem Saldo – also der Differenz aus positiven und negativen Einschätzungen – von 3 Punkten liegt das Oberland derzeit deutlich über dem Bayernschnitt von minus 4 Punkten.
Nach drei Steigerungen in Folge sind die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate unterm Strich unverändert geblieben: 30 Prozent der Unternehmen rechnen mit Zuwächsen im Geschäft, nur 14 Prozent stellen sich auf eine noch größere Flaute als bislang ein. Insgesamt ist die Wirtschaft im Oberland optimistischer als die Firmen anderswo im Freistaat. Der Saldo der Erwartungen liegt mit 16 Punkten deutlich über dem Wert für ganz Bayern (9 Punkte).
Die bessere Stimmung dürfte sich auf dem Arbeitsmarkt im Oberland bemerkbar machen. Zwar deutet der Saldo der Beschäftigungsabsichten mit einem Wert von minus 3 an, dass noch keine vollständige Entwarnung gegeben werden kann. Der Anteil der Firmen mit Kürzungsplänen ist seit vergangenem Herbst aber von 34 auf nun 17 Prozent gesunken. Immerhin 14 Prozent der Firmen wollen ihre Belegschaften aufstocken – zuvor hatten das lediglich 3 Prozent geplant. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wird daher geringer ausfallen als es der historisch scharfe Wirtschaftseinbruch befürchten ließ“, so IHK-Chef Driessen.
