Wirtschaft im Oberland stemmt sich gegen Abschwung
Unternehmen melden gutes Geschäftsklima und investieren noch
Die Wirtschaft im Oberland erwartet keinen wirtschaftlichen Abschwung und löst sich damit deutlich vom gesamtbayerischen Trend. Die Unternehmen aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau beurteilen ihre Geschäftslage und Erwartungen teilweise erheblich besser als im Sommer. Dies ergab die Herbst-Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK).
„Die Wirtschaft im Oberland stemmt sich damit gegen den bayernweit festzustellenden Abwärtstrend“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. Der Index der aktuellen Lage – berechnet als Saldo von positiven und negativen Bewertungen – verbesserte sich im Herbst gegenüber dem Sommer von 9 auf 24 Punkte (Bayern: 17 Punkte). Der Index der Erwartungen stieg im gleichen Zeitraum leicht von 7 auf 8 Punkte (Bayern: minus 4). Die Entwicklung müsse allerdings relativiert werden, da die jüngste Zuspitzung der Finanzmarktkrise in den Umfragedaten nicht mehr berücksichtigt werden konnte, sagte Driessen.
Der Anteil der Unternehmen mit einer guten Lagebewertung kletterte von 30 auf 35 Prozent, der Anteil der unzufriedenen Betriebe ging von 21 auf 11 Prozent zurück. Die Aussichten für die nächsten 12 Monate verbesserten sich ebenfalls, wenn auch nicht ganz so stark. Zwar nahm der Anteil der Optimisten von 26 auf 23 Prozent leicht ab, doch die pessimistischen Rückmeldungen sanken noch stärker, von 19 auf 15 Prozent. Die Wirtschaft im Oberland ist damit unterm Strich deutlich zuversichtlicher als der gesamtbayerische Durchschnitt.
Die vergleichsweise gute Stimmung führt dazu, dass die Investitionsbereitschaft im Herbst nochmals etwas zugenommen hat. Statt 28 Prozent im Sommer wollen nun 33 Prozent der Unternehmen die Budgets ausweiten. Dem stehen 23 Prozent der Befragten gegenüber, die ihre Investitionspläne kürzen wollen.
Bei den Einstellungsabsichten wirkt sich das gute Geschäftsklima weniger eindeutig aus. Ihr Personal aufstocken wollen nun 21 statt 13 Prozent der Betriebe. Mit Stellenabbau rechnen allerdings auch mehr Unternehmen als im Sommer. Diese Zahl stieg von 13 auf 23 Prozent. Damit wird der Arbeitsmarkt in der Region nach Ansicht des BIHK nahezu stabil bleiben, auch wenn die Fluktuation ansteigen könnte.
