Erholung im Oberland noch zögerlich
Die Wirtschaft im Oberland hat sich seit Jahresbeginn zögerlich erholt. Der Anteil der Unternehmen, die ihre wirtschaftliche Lage als schlecht bezeichnen, ist spürbar zurückgegangen. Dennoch stieg der Anteil der Betriebe mit guter Geschäftslage nicht weiter an. Gleichzeitig hat die Zuversicht der Unternehmen jedoch deutlich zugenommen. Dies ergab die regionale Auswertung der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern für das Oberland mit seinen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach sowie Weilheim-Schongau.
„Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Region die Produktionseinbrüche der Jahre 2008 und 2009 aufgeholt hat und ihre Kapazitäten wieder voll auslastet“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. Die Erholung habe aber an Stabilität gewonnen. Die Unternehmen würden wieder beginnen, ihre Investitionspläne nach oben zu korrigieren und an Personalaufstockungen zu denken, so Driessen weiter.
Der Anteil der Unternehmen mit guter Geschäftssituation ist zwar seit der vorherigen Umfrage auf 28 Prozent von im Januar 2010 noch 30 Prozent gefallen. Dagegen sind nur noch 16 Prozent (Januar 2010: 27 Prozent) der Betriebe unzufrieden. Der Saldo der Geschäftslage – also die Differenz der Anteile der Betriebe mit guter und schlechter Lageeinschätzung – stieg auf 12 Punkte und liegt damit auf bayerischem Niveau (11 Punkte).
Für die nächsten zwölf Monate haben die Unternehmen ihre Erwartungen deutlich nach oben geschraubt. Nach 30 Prozent zu Jahresbeginn erwarten nun 46 Prozent der Betriebe eine Belebung. Rückgänge befürchten nur noch 4 Prozent. Der Saldo der Erwartungen kommt mit 42 Punkten deutlich über den bayerischen Durchschnittswert von 28 Punkten.
Die Zuversicht wirkt sich auf die Investitions- und Personalplanungen in der Wirtschaft aus. Der Saldo der Investitionsabsichten hat sich im Oberland deutlich von minus 3 zu Jahresbeginn auf nun plus 13 Punkte verbessert. Der bayerische Wert liegt allerdings schon bei 17 Punkten.
Beim Thema Arbeitsplätze sind die Unternehmen im Oberland allerdings zuversichtlicher als der bayerische Durchschnitt. Der Saldo der Beschäftigungspläne ist mit 10 Punkten (Bayern: 2 Punkte) erstmals seit Frühjahr 2008 nicht mehr im negativen Bereich. Die Betriebe signalisieren damit eine steigende Bereitschaft, ihr Personal aufzustocken.
