eVergabe: unübersichtlich und kompliziert
Öffentliche Aufträge sollen elektronisch ausgeschrieben werden, Angebote elektronisch abgegeben werden. Dies sehen die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums vor. Bisher jedoch sieht die Bilanz ernüchternd aus. Denn die öffentlichen Stellen als Auftraggeber warten mit einem Wust von Anwendungen auf, während die Auftragnehmer auf diesem Feld nur wenig aktiv sind. Das Ziel, die Transparenz zu erhöhen und den Wettbewerb zu verstärken, wird bisher nicht erreicht.
Nach Auffassung der IHK reicht es nicht aus, wenn Auftraggeber auf ihrer Homepage auf ihre Angebote hinweisen. Denn damit wird es für die Bieter viel aufwändiger, sich die Informationen zu beschaffen, als es bei der bisherigen Printversion war. Zusätzlich erschwert eine Vielzahl von Softwarelösungen es den Unternehmen zusätzlich, sich an öffentlichen Aufträgen zu beteiligen.
Notwendig ist es nach Auffassung der IHK:
- die Transparenz öffentlicher Aufträge zu erhöhen.
Die Informationen zur Verfügung zu stellen, sei eine Bringschuld der öffentlichen Hände. Die Ausschreibungen sollten deshalb auf Länder- und Bundesebene zusammengefasst werden. - Lösungen für unterschiedliche Software zur Verfügung zu stellen
Softwarehilfen sind notwendig für die Erstellung der Angebote mit Vollständigkeits- und Plausibilitätskontrollen. Auch sollte die elektronische Kommunikation erleichtert werden. - Lösungen für die elektronische Signatur
Mehr Einheitlichkeit ist notwendig bei der qualifizierten digitalen Signatur - Kompatibilität der technischen Systeme
Es müssen Lösungen geschaffen werden, mit denen die Bieter ihre Daten auf einfache Weise in die Ausschreibungsunterlagen einspielen können.
Grundsätzlich begrüßt die IHK das Ziel der eVergabe. Über das Auftragsberatungszentrum Bayern - siehe Link in der rechten Spalte - bietet sie den Unternehmen Unterstützung an, zu öffentlichen Aufträgen zu kommen.
Projekt XVergabe
Das Projekt XVergabe wurde Ende 2007 durch das Beschaffungsamt und BMI im Rahmen von „Deutschland-Online" initiiert. Die Projektverantwortung liegt beim BME, dem Land NRW und dem Beschaffungsamt des BMI.
Ziel des Projekts ist es, die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Vorgehen zur Erstellung eines einheitlichen Bieterzugangs in die unterschiedlichen Vergabeplattformen der öffentlichen Hand zu schaffen. Es wird ein plattformübergreifender Daten- und Austauschprozessstandard zwischen Bieterclients und Vergabeplattformen definiert, der zu einer höheren Bieterakzeptanz und somit zu einer höheren Beteiligung am digitalen Vergabeprozess führen soll.
Mehr dazu finden Sie bei den Links.
