Geringqualifizierte: Wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Geringqualifizierte haben wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dies ergab eine Umfrage der bayerischen IHKs vom Herbst 2006 unter 2.000 bayerischen Unternehmen. Das größte Hindernis stellen die Arbeitskosten dar, gefolgt von der niedrigen Produktivität der Geringqualifizierten. Doch selbst wenn die Arbeitskosten sinken würden, steigen die Beschäftigungschancen nur geringfügig.
Als Geringqualifizierte gelten Personen ohne abgeschlossene berufliche oder schulische Ausbildung. Ebenso können viele Langzeitarbeitslose dieser Gruppe zugeordnet werden, denn häufig ist das Wissen veraltet und die Arbeitsfähigkeit lässt nach.
Für 42 Prozent der Unternehmen verhindern die Arbeitskosten die Einstellung gering Qualifizierter. Insbesondere machen sich die die hohen Lohnnebenkosten bemerkbar. 35 Prozent der Unternehmen sehen die geringe Produktivität sowie die geringe Qualität der Arbeitsergebnisse als größtes Manko an. Die geringe Produktivität erhöht die Kosten für die Arbeit. Zusätzlich steigt die Belastung, wenn die Arbeitsergebnisse ständig von den Vorgesetzten kontrolliert werden müssen. Dies treibt die Gesamtkosten für die Beschäftigung Geringqualifizierter zusätzlich in die Höhe. 34 Prozent der Unternehmen beklagen die staatlichen Regulierungen zur Befristung von Arbeitsverhältnissen sowie die Vorschriften des Kündigungsschutzes. Für 26 Prozent der Unternehmen ist die geringe Motivation der Knackpunkt.
Kleine Unternehmen lassen Aufgaben, die sich für Geringqualifizierte eignen, von besser Qualifizierten erledigen. Bei größeren Unternehmen führt der Weg häufiger zu Automatisierung, der Fertigung im Ausland oder zur Beauftragung von Subunternehmen.
Selbst wenn die Hindernisse, die der Einstellung von Geringqualifizierten entgegenstehen, entfielen, hätte dies nur geringe Beschäftigungseffekte. 50 Prozent der Unternehmen planen in diesem Fall die Einstellung weniger Mitarbeiter, bei 30 Prozent würde sich gar nichts ändern. Lediglich 16 Prozent würden spürbar einstellen. Je kleiner ein Unternehmen, umso geringer ist die Bereitschaft, wenig Qualifizierte und Ungelernte einzustellen.
Die Einführung eines Mindestlohns würde nach Auffassung der IHK die Situation weiter verschärfen. Die Chancen von arbeitslosen Geringqualifizierten auf dem Arbeitsmarkt würde weiter sinken. Auch sollten die Hoffnungen, die in einen Kombilohn gesetzt werden, gedämpft werden.
