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Rohstoffklemme spitzt sich zu - Energiewende wird zum Geschäftsrisiko

Knapp jeder fünfte Industriebetrieb hat aus Furcht vor Versorgungsengpässen seine Aktivitäten ins Ausland verlagert oder plant einen solchen Schritt.  Dies geht aus dem DIHK-Unternehmensbarometer "Energie und Rohstoffe für morgen" hervor. Von den mehr als 1.500 Unternehmern, die sich an der Erhebung beteiligten, betrachten 86 Prozent die steigenden Energiepreise als Top-Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland; 76 Prozent der Befragten (Industrieunternehmen 93 Prozent) sehen das auch für die Kostenexplosion bei den Rohstoffen. Zugleich befürchten 58 Prozent der Betriebe (Industrie 65 Prozent), dass Stromausfälle beziehungsweise Spannungsschwankungen zunehmen. Die Folgen von Stromunterbrechungen sind nicht nur lästig, sie können ganze Produktionsprozesse lahm legen.

Auch die generelle Verfügbarkeit von Rohstoffen wird von 68 Prozent der befragten Industrieunternehmen nicht mehr als selbstverständlich eingeschätzt. Bedenklich ist, dass die Unternehmen die Verfügbarkeit von Rohstoffen und die Energieversorgung als entscheidende Wettbewerbsfaktoren offensichtlich an manchen Standorten außerhalb Deutschlands günstiger bewerten. Daher fordern die Unternehmen die Politik auf bei der Energiepolitik keinen Sonderweg zu beschreiten. Für den Erfolg der Energiewende ist eine europäische Einbindung unerlässlich. Um den notwendigen Ausbau der für die Energiewende notwendigen Infrastruktur zu bewerkstelligen, sehen 92 Prozent der befragten Betriebe in der Stärkung der öffentlichen Akzeptanz des Netzausbaus eine vordringliche Aufgabe der Politik. Vor dem Hintergrund, dass staatliche Abgaben bis zu 50 Prozent des Strompreises ausmachen, plädiert fast zwei Drittel der Unternehmen dafür diese zu reduzieren.

Sichere und bezahlbare Rohstoffversorung – Topthema für die deutsche Wirtschaft

Die Bedeutung einer sicheren Rohstoffversorgung haben die Unternehmen zunehmend im Fokus. Auslöser für das deutlich gewachsene Problembewusstsein sind die massiv gestiegenen Preise für Industriemetalle und Agrarrohstoffe. Die Verknappung der Seltenen Erden hat vielen Industrieunternehmen deutlich gemacht, dem Rohstoffmanagement ein deutlich höheres Gewicht beizumessen. Neben den starken Preissteigerungen stellen die hohen Preisschwankungen bei der Rohstoffversorgung für die Unternehmen ein Problem dar. Die Unternehmen reagieren auf die sich zuspitzende Rohstoffklemme mit verschiedenen Maßnahmen. Bereits drei Viertel der Industrieunternehmen sucht nach neuen Lieferanten. Gleichzeitig versuchen fast alle Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes (82 Prozent), sich durch langfristige Lieferverträge abzusichern. Weitere Maßnahmen zur Sicherung der Rohstoffversorgung sind die Steigerung der Materialeffizienz, die Verstärkung von FuE, die zunehmende Substitution von kritischen Rohstoffen wie auch die Absicherung der Rohstoffpreise über Termingeschäfte. Eine weitere Möglichkeit für Unternehmen ist eben die Verlagerung von Kapazitäten ins Ausland. Der Industriestandort Deutschland verliert mit Blick auf die Energie- und Rohstoffversorgung erheblich an Qualität.

Die Umfrageergebnisse des IHK Unternehmensbarometers „Energie und Rohstoffe für morgen“ finden Sie auf der rechten Seite zum Download.

 

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