Branchenstudie Luft- und Raumfahrt
Münchner Unternehmen sind bundesweit Spitze
Die Wirtschaftsregion München zählt mit über 230 Unternehmen der Luft- und Raumfahrttechnik sowie der Satellitennavigation und 7 relevanten Forschungseinrichtungen zu den führenden Standorten in Europa. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die rund 15.000 meist hoch qualifizierten Mitarbeiter einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die erste Studie zur Luft- und Raumfahrttechnik sowie Satellitennavigation in der Wirtschaftsregion München, die die IHK für München und Oberbayern zusammen mit dem Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München im Frühjahr 2007 bei der Bavairia e.V. in Auftrag gegeben hat.
„Als klassische Hightech-Branche mit hoher Forschungsintensität liefert die Luft- und Raumfahrtindustrie auch regelmäßig wichtige Impulse für Unternehmen anderer Branchen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Dörfler anlässlich der Präsentation der Studie vor der Presse. „Diese Unternehmen sind damit eine sehr wichtige Industriesparte für die Region München und tragen erheblich zur wirtschaftlichen und technologischen Weiterentwicklung des Standortes bei“, betonte auch Reinhard Wieczorek, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München.
Zum Gesamtumsatz von 4,7 Milliarden Euro trägt die Luftfahrt 85 Prozent, die Raumfahrt 10 Prozent und die Satellitennavigation 5 Prozent bei. Den Kern der Luft- und Raumfahrtbranche bilden die 102 produzierenden Unternehmen mit rund 11.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro, wozu allein die Luftfahrt 3,8 Milliarden Euro beisteuert. Die Branche wird eindeutig von Großunternehmen dominiert. So erwirtschaften rund 10 Prozent der Luftfahrtunternehmen 90 Prozent des Luftfahrtumsatzes. Ähnlich strukturiert ist die produzierende Raumfahrt, die im vergangenen Jahr knapp 300 Millionen Euro umsetzte. Noch eine recht junge und daher fast zwangsläufig kleine Branche bilden die 90 Satellitennavigationsunternehmen mit 581 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 200 Millionen Euro. „Sie haben aber ganz klar das Potenzial, eine Schlüsselbranche von morgen zu werden“, ist Dörfler sicher. Tatsächlich bewerten die Unternehmen der Satellitennavigation ihre Zukunftsaussichten rosig, 90 Prozent erwarten in den kommenden drei bis fünf Jahren eine positive Geschäftsentwicklung. „Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist hier etwas zurückhaltender, obwohl sie insgesamt auch positiv gestimmt ist“, sagt Wieczorek.
Die Beschäftigten sind hoch qualifiziert und spezialisiert: So liegt der Anteil an Akademikern in der Luft- und Raumfahrt bei 60 Prozent, in der Satellitennavigation sogar bei 83 Prozent. „Wir haben zwar viele Mitarbeiter mit Hochschulabschluss vermutet, doch das tatsächliche Ausmaß hat doch unsere Erwartungen übertroffen“, so Dörfler. Weniger überraschend ist die Forschungsintensität. Knapp 19 Prozent des Umsatzes stecken die Münchner Luft- und Raumfahrtunternehmen in Forschung und Entwicklung und damit mehr als der Bundesdurchschnitt von 15,8 Prozent.
Befragt nach 20 unterschiedlichen Standortkriterien äußerten sich die befragten Unternehmen insgesamt hoch zufrieden mit der Wirtschaftsregion. „Dabei hat sich wieder einmal die Stärke Münchens in puncto Lebensqualität und Forschungsexzellenz gezeigt“, sagte Wieczorek. So rangiert auf der Zufriedenheitsskala das Kultur- und Freizeitangebot ganz oben. Sehr positiv bewerteten die Unternehmen auch das Angebot an Forschungseinrichtungen und Hochschulen mit relevanten Studiengängen sowie die Kundennähe. Weniger zufrieden sind sie mit dem verfügbaren Angebot an Fachkräften. „Hier zeigt sich ganz deutlich, dass viele Unternehmen aus diesem Bereich zunehmend Probleme bekommen, die nötigen Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden“, so Wieczorek.
