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Mehr Ausbildung in ausländischen Betrieben

Regionalkonferenz Ausbildung

Unternehmer mit Migrationshintergrund sind ein wachsender Wirtschaftsfaktor in Bayern und besonders München. Nach Schätzungen gibt es in München rund 10.000 ausländische Unternehmen. Aber sie haben die Duale Ausbildung noch nicht für sich entdeckt. Auf der Regionalkonferenz 'Bayern aktiv für Ausbildungsplätze' haben Politik und Wirtschaft gemeinsam bei diesen Unternehmen für mehr Ausbildung geworben und zugleich ausländische Jugendliche auf die Chancen einer Ausbildung im Dualen System aufmerksam gemacht.

Ziel der Aktion ist es, bundesweit 10.000 neue Ausbildungsplätze bei Unternehmen mit  Migrationshintergrund einzuwerben. Wichtig ist es nach den Worten der bayerischen Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christa Stewens (im Bild 2.v.l.), Informationshindernisse zu beseitigen. Wer in die Jugend investiere, investiere in die eigene Zukunft. Auch Andreas Storm (Bild links), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, unterstrich die Bedeutung von Unternehmen mit Migrationshintergrund für die Ausbildung.

IHK-Präsident Erich Greipl (Bild Mitte) verdeutlichte, dass ausländische Unternehmen in der Ausbildung noch nicht so präsent sind wie sie es sein könnten. In München bestehe bei diesen Unternehmen ein Ausbildungspotenzial von rund 3.600 Lehrstellen, aber nur schätzungsweise 2.000 Jugendlichte lernen einen Beruf bei diesen Betrieben. Der demographische Wandel und damit der Fachkräftemangel treffe deutsche und ausländische Unternehmen gleichermaßen. Greipl betonte, dass junge Ausländer bei den Auszubildenden unterrepräsentiert seien. Ihr Anteil bei den 18 bis 21 -Jährigen betrage 12 Prozent, bei den Auszubildenden nur 5,6 Prozent. Bei der IHK München liegt ihr Anteil mit 6,4 Prozent deutlich darüber. Um mehr ausländische Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen, sei ein Pakt mit den Elternhäusern nötig. Grundvoraussetzung für eine Ausbildung sei allerdings die Qualifizierung, betonte Greipl.

Vor allem Unkenntnis ist nach den Worten von Reinhardt Freiherr von Leoprechting (Bild 2.v.r.), Präsident der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer, der Grund dafür, dass Unternehmen mit türkischen Hintergrund in der Ausbildung nicht so stark vertreten sind. Während 30 Prozent aller Betriebe in der Ausbildung aktiv seien, liege dieser Anteil bei türkischen unternehmen bei 16 Prozent. Mit Informationen und Beratung, so von Leoprechting, werde es gelingen, diesen Anteil zu steigern.

Immerhin 11 Prozent der Auszubildenden im oberbayerischen Handwerk haben nach den Worten des Vizepräsidenten der Handwerkskammer für München und Obermeier Werner Obermeier (Bild rechts) keinen deutschen Pass. Die Handwerkskammer habe zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, um die ausländischen Jugendlichen passgenau dem richtigen Unternehmen zu vermitteln. 'Dreh- und Angelpunkt sind aber die Eltern', betonte er die Bedeutung des familiären Umfelds.

 

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