Industrie sorgt sich um Energiekosten
BIHK: Förderpolitik braucht Systemwechsel
Knapp die Hälfte der bayerischen Unternehmen sieht in den steigenden Energie- und Rohstoffpreisen das zweitgrößte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Nur knapp davor rangiert die Furcht vor einer schwachen Inlandsnachfrage (51 Prozent). Das ergab eine Sonderauswertung der bayernweiten IHK-Konjunkturumfrage unter rund 3800 Unternehmen.
Weit skeptischer sind die Industriebetriebe, 65 Prozent nannten die steigenden Energie- und Rohstoffpreise als größte Gefahr, noch weit vor anderen Faktoren wie Fachkräftemangel, Arbeitskosten oder Finanzierungsproblemen.
Die meisten Industrieunternehmen reagieren auf diese Entwicklung mit mehreren Maßnahmen. Rund 70 Prozent der Unternehmen steuern mit allgemeinen Kosteneinsparungen dagegen, immerhin fast zwei Drittel wollen die Energie- und Rohstoffbeschaffung optimieren. Über 40 Prozent der Industriebetriebe versuchen, die Zusatzkosten an die Kunden weiterzugeben. „Das dürfte angesichts des scharfen Wettbewerbs nur teilweise gelingen“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages.
Knapp 40 Prozent haben damit begonnen, ihre Energie- und Materialeffizienz zu verbessern. Das, so Driessen, „ist ein zentraler Hebel, um die Kosten zu senken und gleichzeitig die Wirkung der starken Preisschwankungen zu dämpfen“. Auch der Ausbau eigener Energieversorgungskapazitäten ist bereits für 10 Prozent der befragten Betriebe eine Alternative, um Preissteigerungen und Stromausfälle zu kompensieren. Immerhin noch 5 Prozent denken darüber nach, Kapazitäten ins Ausland zu verlagern.
„Auch die Politik“, so Driessen, „muss dazu beitragen, dass der Standort Bayern für Industrieunternehmen wettbewerbsfähig bleibt“. Eine Senkung der Vergütungssätze, gerade für Solarstrom, sei nur ein erster Schritt. „Es muss ein grundsätzlicher Systemwechsel der Förderung erfolgen, so dass beim Ausbau der erneuerbaren Energien die effizientesten Technologien und Standorte im Vordergrund stehen“, fordert der BIHK-Chef.
