Industrie -und Handelskammer fuer Muenchen und Oberbayern

Wirtschaft 05/2012

Lehrstellenbörse - Die besten Köpfe der Republik

Die neue Online-Lehrstellenbörse der IHK bietet den Unternehmen einen echten Mehrwert: Sie hilft, die passenden Azubis zu finden. Und zwar nicht nur im Umkreis, sondern deutschlandweit.

 

Dass Arbeitnehmer mobil sind, dass sie von Hamburg nach München ziehen, wenn ihnen dort ein interessanter Job offeriert wird, ist längst Usus. Aber mehr und mehr gilt das auch für angehende Azubis. Auch sie wechseln den Ort, wenn sie anderswo eine bessere Ausbildungsstelle finden als in der Heimat. Gleichzeitig rekrutieren die Firmen ihre Lehrlinge nicht mehr nur im näheren Umkreis des Unternehmens. Angesichts rückläufiger Schulabgänger- bzw. Bewerberzahlen ist das auch sinnvoll. Schließlich geht es darum, die größten Talente zu bekommen. Aber die sind nicht zwangsläufig am Unternehmensstandort zu finden.

Die neue bundesweite IHK-Lehrstellenbörse trägt den geänderten Anforderungen Rechnung. Seit Anfang des Jahres ist sie online. Seither können Azubis, die eine Stelle suchen, und Unternehmen, die geeignete Lehrlinge suchen, bundesweit nach passenden Angeboten suchen. „Das ist der große Vorteil der Online-Börse: Sie führt Jugendliche und Unternehmen aus ganz Deutschland zusammen“, sagt Nadja Birling, Berufsbildungsexpertin bei der IHK München. „Die Jugendlichen finden schneller einen Ausbildungsplatz, die Unternehmen finden schneller geeignete Kandidaten.“ Besonders interessant sei das neue Angebot für Unternehmen, die deutschlandweit Filialen unterhalten. Diese Unternehmen müssen ihre Gesuche nun nicht mehr auf verschiedenen Plattformen veröffentlichen, sondern können ihre Ausbildungsplatzangebote einfach von zentraler Stelle aus organisieren. „Ein einziger Login reicht aus, um alle Stellenangebote in ganz Deutschland zu schalten“, sagt Birling.

Der neue, kostenlose Service ist ein gemeinsames Angebot aller IHKs. Deshalb werden die regionalen Lehrstellenbörsen nach und nach eingestellt. Das heißt: Unternehmen, die im letzten Jahr Gesuche veröffentlicht haben, sollten diese, sofern sie noch aktuell sind, erneut auf der aktuellen Webseite einstellen. Als Ansprechpartner fungieren aber weiterhin die regionalen Kammern. Sie halten den direkten Kontakt zu ihren Mitgliedsunternehmen und beraten rund um das Thema Ausbildung. Die Unternehmen können ihre IHK auch mit der Verwaltung der Lehrstellenangebote beauftragen. Auch für die Jugendlichen ergeben sich durch die Änderung keine Nachteile, sondern nur Vorteile: Selbstverständlich ist die bundesweite IHK-Lehrstellenbörse nach wie vor für Schulabgänger interessant, die eine Ausbildungsstelle in der Nähe suchen. Sie bietet nun aber zusätzlich auch solchen jungen Leuten eine Plattform, die einen Beruf erlernen wollen, der nicht überall angeboten wird oder die aus anderen Gründen vorhaben, die Stadt zu wechseln. Mit nur einem Klick bekommen sie einen Überblick über alle in Deutschland angebotenen Lehrstellen.

Für die Jugendlichen dürfte die neue IHK-Lehrstellenbörse aber auch deshalb noch größeren Zuspruch finden, weil sie speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Das zeigt sich zum einen in der zielgruppenspezifischen Ansprache. Die jungen Leute werden mit „Du“ angesprochen. Zum anderen bietet die Plattform einen echten Mehrwert. So informiert sie in umfangreichen Steckbriefen über zahlreiche Berufsbilder. Im „Talentcheck“ können die Schüler außerdem herausfinden, welche Angebote zu ihren Fähigkeiten und Neigungen passen. Ein weiterer Vorteil ist die E-Mail-Benachrichtigung: Registrierte Jugendliche werden täglich über neue Ausbildungsplätze auf dem Laufenden gehalten. Das gleiche gilt für suchende Unternehmen. Ein Matching-Instrument gleicht nicht nur das Ausbildungsplatzangebot mit den Gesuchen der Schüler ab. Auf Wunsch, und sofern die Jugendlichen zugestimmt haben, werden die Unternehmen per E-Mail informiert, sobald neue, passende Bewerbungen eingehen.

 

Sabine Hölper

 

 

Wirtschaft – Das IHK-Magazin für München und Oberbayern – 05/2012

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