GastroManagementPass - Qualitätsschub im bayerischen Gastgewerbe
Der neue GastroManagementPass dient den Betrieben als Nachweis für ihr Know-how. Das Instrumentarium kommt in der Branche gut an.
Die Steigerung der Servicequalität bei allen Akteuren des bayerischen Gastgewerbes ist das Ziel, das sich der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e. V. (BHG) mit dem Gastro-ManagementPass auf seine Fahnen geschrieben hat. Der GMP mit seinem ganzheitlichen Ansatz bildet für Existenzgründer, aber auch für die bestehenden Unternehmen des Gastgewerbes die optimale Plattform, um sich für die aktuellen Anforderungen zur Führung eines gastgewerblichen Betriebs zu rüsten. Als Grundlage für diese freiwillige Zertifizierung dient der IHK-Unterrichtungsnachweis oder eine IHK-anerkannte gastronomische Ausbildung. Hinzu kommen die Bereiche Hygiene, Recht, Unternehmensführung sowie Service-Qualität (siehe Kasten). Der Clou dabei: Alle in einem Betrieb bereits vorhandenen Qualifikationen - also auch die der Mitarbeiter - werden nach einem Punktesystem bewertet und addiert. Der Betrieb erhält den GastroManagementPass jedoch erst dann, wenn in jedem Modul eine Mindestpunktzahl erreicht worden ist. Falls die Punktzahl nicht ausreicht, sind zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen nötig. Peter Kammerer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, ist überzeugt: „Der GastroManagementPass eignet sich hervorragend, um in der Gastronomie eine nachhaltige Qualitätssicherung zu erreichen.“ Der GMP wird daher nachdrücklich von der IHK für München und Oberbayern unterstützt. Dank Zertifikat und Plakette (21 x 21 cm), die das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gemeinsam mit dem DEHOGA Bayern e. V. aushändigt, können die Wirte ihren Gästen zudem klar signalisieren, dass sie sich einschlägig weitergebildet haben und die aktuellen Qualitätsstandards erfüllen.
Dass dies dem Image der zertifizierten Betriebe zugutekommt, liegt auf der Hand. DEHOGA Bayern e. V.-Hauptgeschäftsführer Ralf Schell bekräftigt: „Die Wirte zeigen mit dem GastroManagementPass, dass sie ihr Geschäft in allen Bereichen beherrschen, von den vielfältigen Hygiene-Anforderungen in der Gastronomie bis zu allen rechtlichen Aspekten.“ Zudem seien sie damit für Kontrollen gut gerüstet. In der Branche sorgt der GMP bereits für Aufsehen. Schon nach wenigen Wochen haben sich rund 60 Unternehmen für die Zertifizierung angemeldet, mehr als 200 Interessenten wurden registriert. Schell betont: „Unser Ziel sind 1.000 zertifizierte Betriebe im ersten Jahr.“ Antragsformular, Broschüre und Teilnahmebedingungen stehen im Internet auf www.gmp-bayern.de zum Download bereit.
Der GastroManagementPass - die Erstprüfung kostet 300 Euro, für BHG-Mitglieder 240 Euro (jeweils zzgl. MWSt.) - gilt zunächst drei Jahre. Danach ist eine Rezertifizierung nötig. Schell will damit sicherstellen, dass die Unternehmen regelmäßige Weiterbildungsaktivitäten in die Wege leiten: „Nur so kann nachhaltig gewährleistet werden, dass gastgewerbliche Betriebe am Puls der Zeit bleiben und für die wachsenden Anforderungen der Branche gewappnet sind.“
Josef Stelzer
Module für den GastroManagementPass
1. IHK-Unterrichtungsnachweis (oder eine IHK-anerkannte gastronomische Ausbildung) als Basis.
2. Hygiene. HACCP (vorbeugendes System, das die Sicherheit von Lebensmitteln und Verbrauchern gewährleisten soll) und § 4 LMHV (Lebensmittelhygiene-Verordnung) und andere mögliche Schwachstellen im Betrieb.
3. Recht. Arbeits-, Steuer-, Vertragsrecht.
4. Unternehmensführung. Marketing, Kalkulation, Personalmanagement, Betriebsorganisation.
5. Service-Qualität. Qualitätsmanagement-Systeme, Guest-Relation, Beschwerdemanagement.
Quelle: Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e. V.
Wirtschaft – Das IHK-Magazin für München und Oberbayern – 1/2012
